Bachelor Mathematik an der Universität Konstanz

Die Wissenschaft Mathematik beschäftigt sich mit abstrakten Strukturen und versucht mittels Logik deren innere Beziehung zu erforschen. Sie gliedert sich in die beiden großen Teilbereiche Reine Mathematik und Angewandte Mathematik. Zum ersten Bereich gehören Algebra, Analysis, Geometrie, Topologie und Zahlentheorie, zur Angewandten Mathematik zählen Numerik, Optimierung und Stochastik.
Im Mathematikstudium lernen Sie nicht nur typische mathematische Methoden und Fachkenntnisse kennen, sondern Sie entwickeln Kompetenzen, die in vielen Berufsfeldern sehr gefragt sind, z. B. analytisches Denkvermögen, kreatives und systematisches Herangehen an komplexe Probleme und eine exakte Arbeitsweise.

Wie sieht der Bachelor Studiengang Mathematik an der Universität Konstanz aus?

In den ersten drei Semersters Ihres Bachelorstudiums Mathematik erwerben Sie grundlegende Kenntnisse in den Bereichen Lineare Algebra, Analysis und Numerik. Die zugehörigen Module sind für alle Studierenden im B.Sc. Mathematik verpflichtend, einige werden gemeinsam mit Studierenden der Finanzmathematik, der Physik und Lehramtsstudierenden besucht. Ab dem vierten Semester können Sie durch die Wahl verschiedener Vertiefungsrichtungen eigene Schwerpunkte setzen. Auch bei der Auswahl Ihres Nebenfachs haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Weiter unten finden Sie eine Übersicht aller Module, die es zu belegen gilt.

Die folgenden Schaubilder zeigen beispielhaft, wie der Studienverlauf für gewisse Vertiefungsrichtungen aussehen kann. Für die Auswahl der nötigen zwei Vertiefungsrichtungen sind (fast) beliebige Kombinationen denkbar. Wie immer, entnehmen Sie weitere Informationen der Prüfungsordnung.

Bei Fragen zur Planung Ihres Studiums steht Ihnen unsere Fachstudienberatung jederzeit gerne zur Verfügung.

Im Folgenden sind die zu absolvierenden Module aufgelistet. Nähere Informationen finden Sie in der Prüfungsordnung.

Übergangsregelung zur neuen Prüfungsordnung (2019)

Bei Studienbeginn vor dem Wintersemester 2019/20 studieren Sie nach der Prüfungsordnung von 2006 mit Änderungen bis einschließlich dem 27. September 2016. Auf Antrag können Sie Ihr Studium auch nach der am 31. Juli 2019 geänderten Prüfungsordnung fortsetzen.

Der hauptsächliche Unterschied zwischen alter und neuer Prüfungsordnung ist, dass Sie nach der alten Ordnung 2 Vertiefungsrichtungen im Umfang von je 9 Cr sowie Ergänzungsmodule im Umfang von 18 Cr belegen müssen, wohingegen Sie nach der neuen Ordnung mathematische Wahlmodule im Umfang von 36 Cr belegen und dabei zwei Vertiefungsrichtungen abdecken müssen.

Pflichtmodule (86 ECTS)

Die folgenden Module müssen alle Studierenden des Bachelorstudiums Mathematik absolvieren. Die fortgeschrittenen Veranstaltungen bauen auf diesen auf.

Analysis I/II (18 ECTS), bestehend aus
- Analysis I (9 ECTS)
- Analysis II (9 ECTS)

Lineare Algebra I/II (18 ECTS), bestehend aus
- Lineare Algebra I (9 ECTS)
- Lineare Algebra II (9 ECTS)

Praktische Mathematik I (18 ECTS), bestehend aus
- Computergestütze Mathematik (4,5 ECTS)
- Modellierung (4,5 ECTS)
- Numerische Mathematik (9 ECTS)

Analysis III (9 ECTS), bestehend aus
- Gewöhnliche Differentialgleichungen (4,5 ECTS)
- Maßtheorie (4,5 ECTS)

Algebra I (9 ECTS)

Wahrscheinlichkeitstheorie (4,5 ECTS) und Statistik (4,5 ECTS)

Praktische Mathematik II (5 ECTS)
Das Module Praktische Mathematik II besteht in der Regel aus einer der Vorlesungen:
- Numerik gewöhnlicher Differentialgleichungen (5 ECTS)
- Optimierung I (5 ECTS)

Mathematische Wahlmodule (36 - 54 ECTS)

Neben den Pflichtmodulen sind mathematische Wahlmodule im Umfang von mindestens 36 ECTS zu absolvieren. Weitere 18 ECTS können Sie nach eigener Präferenz mit weiteren mathematischen Wahlmodulen oder fachfremden Modulen belegen.

Durch die Auswahl der mathematischen Wahlmodule müssen Sie zwei der folgenden Vertiefungsrichtungen abdecken. Die einzige Einschränkung dabei ist, dass die Kombination der Vertiefungsrichtungen Stochastik und Statistik ausgeschlossen ist.

Vertiefungsrichtung Analysis und Numerik
- Funktionalanalysis (5 ECTS, Sommersemester)
- Theorie und Numerik partieller Differentialgleichungen (9 ECTS, Wintersemester)

Vertiefungsrichtung Geometrie und Algebra
- Algebra II (5 ECTS, Sommersemester)
- Algorithmische Algebraische Geometrie (9 ECTS, Wintersemester)

Vertiefungsrichtung Stochastik
- Funktionalanalysis (5 ECTS, Sommersemester)
- Stochastische Prozesse (4,5 ECTS, Sommersemester)
- Stochastische Analysis (4,5 ECTS, Wintersemester)

Vertiefungsrichtung Statistik
- Funktionalanalysis (5 ECTS, Sommersemester)
- Mathematische Statistik I (9 ECTS, Wintersemester)

Vertiefungsrichtung Differentialgeometrie
- Gewöhnliche Differentialgl. mit geometrischen Anwendungen (5 ECTS, Wintersemester)
- Differentialgeometrie I (9 ECTS, Sommersemester)

Es können zwei Vertiefungsrichtungen mit dem Bestandteil Funktionalanalysis gewählt werden. In diesem Fall werden insgesamt 23 ECTS des Wahlbereichs durch Vertiefungsrichtungen abgedeckt, ansonsten 28 ECTS. Die verbleibenden ECTS können durch weitere mathematische Wahlmodule abgedeckt werden. Regelmäßig angeboten werden z.B.

  • Funktionentheorie (5 ECTS)
  • Optimierung I (5 ECTS, als Wahlmodul möglich, falls nicht als Praktische Mathematik II gewählt)
  • Numerik gewöhnlicher Differentialgleichungen (5 ECTS, als Wahlmodul möglich, falls nicht als Praktische Mathematik II gewählt)
  • Funktionalanalysis (5 ECTS)
  • Algebra II (5 ECTS)
  • Algebraische Zahlentheorie (5 ECTS)
  • Theorie und Numerik partieller Differentialgleichungen (9 ECTS)
  • Algorithmische algebraische Geometrie (9 ECTS)
  • Stochastische Prozesse (4,5 ECTS)
  • Stochastische Analysis (4,5 ECTS)
  • Mathematische Statistik I (9 ECTS)
  • Differentialgeometrie I (9 ECTS)
  • Gewöhnliche Differentialgleichungen mit geometrischen Anwendungen (5 ECTS)

Fachfremde Module / "Nebenfach" (18 - 36 ECTS)

Aus ein und demselben nichtmathematischen Fach sind verpflichtend studienbegleitende Prüfungsleistungen im Gesamtumfang von mindestens 18 Cr zu erbringen. 

Diese nichtmathematischen Leistungen können in folgenden Fächern absolviert werden: 

  • Biologie
  • Chemie
  • Informatik
  • Life Science
  • Philosophie
  • Physik
  • Sprachwissenschaft
  • Wirtschaftswissenschaft

Dafür geeignete Veranstaltungen werden in Absprache mit den jeweiligen Fachbereichen festgelegt und durch Aushang (auf F 4) bekannt gegeben.

Sie können bis zu 18 Cr an weiteren Leistungen in nichtmathematischen Fächern belegen. Hierzu stehen ebenfalls die oben genannten Fächer zur Auswahl und Sie können auch Leistungen aus einem anderen Fach als demjenigen belegen, in dem Sie die verpflichtenden 18 Cr nichtmathematischer Leistungen erbracht haben.

Seminare und Bachelorarbeit (22 ECTS)

Im Verlauf des Bachelor Studiums müssen ein Proseminar (3 ECTS) und ein Fachseminar (4,5 ECTS) absolviert werden. In Rahmen der Bachelorarbeit (14,5 ECTS) wird eine Präsentation gehalten.